Teil eines Werkes 
1. Bd. (1854)
Entstehung
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allen Uebrigen in der Ueberzeugung auserwählt haben, es werden unter Ihnen ſolche ſein, die fähig und willig ſind, alle in jenem Stück vorkommenden Perſonen darzuſtellen und mit beſten Kräften zur Schau

zu bringen.

Abermals erfolgte Beifallsgemurmel und ſtumme, aber deutliche Zufriedenheit.

— Und ſo wollen wir denn ruhigen Gemüthes zu der ſo wichtigen Vertheilung der einzelnen Rollen ſchreiten, und ich trage jedem Einzelnen von Ihnen das Geſuch vor, ſich gefälligſt zu der Rolle melden zu wollen, die, ſeiner Meinung nach, ſeinen Fähig⸗ keiten und Kräften, wie beſonders auch ſeiner Nei⸗ gung entſpricht, denn hier entſcheidet die freie Wahl, niemals aber irgend ein Zwang. Ich werde jede Rolle der Reihe nach nennen.

— Zuerſt denn iſt König Lear ſelber unſer Au⸗ genmerk. Sie kennen alle dieſen großen, feurigen Charakter, der nur aus Liebe und Vertrauen zu ſei⸗

nen Kindern ſchwach und durch ein gewiß unverſchul⸗ 6

detes Unglück... aus ſeiner geſunden Haltung kommt. Wir brauchen zu ſeiner Darſtellung einen Mann, der etwas Gebieteriſches, Würdevolles und Königliches in ſeinem Weſen zeigt, jedoch auch reich an Empfindung und Phantaſie iſt. Lear iſt alt, aber