— 182—
in geringem Grade davon ergriffen; Joſephſon allein ſchien das einzige Opfer zu ſein, welches ſich das ſchau⸗ kelnde Meerungethüm mit aller energiſchen Wuth ſeiner Laune auserſehen hatte. Der arme Premierminiſter und Hofmarſchall befand ſich in einer traurigen Lage. Einer der jungen Leute war beſtändig bei ihm und ſuchte ihn zu tröſten. Auch Eduard hatte ihm öfter Geſellſchaft ge⸗ leiſtet und von Tag zu Tag auf eine Beſſerung ſeiner Lage gehofft. Endlich, am Ende des fünften Tages, als das Wetter wunderbar klar und die Luft durchſichtig wie Glas war, ſo daß man die franzöſiſche Küſte, an der man entlang ſegelte, mit bloßen Augen verfolgen konnte, that es ihm leid, daß der Freund dieſes langerſehnten An⸗ blickes verluſtig gehen ſollte. Er begab ſich in die Ka⸗ jüte des Kranken und fand ihn auf einer am Boden aus⸗ gebreiteten Matratze liegen, die Augen hohl, das Geſicht bleich, mit dem Würgengel, der ihn gepackt, vergeblich ringend. Er hatte ſchon ſeit vielen Tagen nichts mehr genießen können, ſo ſehr ſich der in ſolchen Dingen prak⸗ tiſche Kochmaat bemühte, durch gewürzige Speiſen und Getränke das Uebel zu beſiegen. Alles war vergeblich geblieben und der Leidende troſtlos und wüthend zu⸗ gleich.—
„Wie geht es Dir?“ fragte der Eintretende theil⸗
naehmend und im allergrößten Ernſte. Als er aber den
ſich krümmenden Freund erblickte, der die gräßlichſten


