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„So ſah ich aus, Herr Doctor, vor zwanzig Jahren! ¹“ betonte ſcharf die Tiſchlerin.
„Das glaube ich— ja, ich glaube es!“
„Gehen Sie einmal auf Ihre früheſten Erinnerungen zurück, Herr Doctor! Sie ſind dieſen kommenden 24. De⸗ cember 25 Jahre alt, ich weiß es. Wiſſen Sie vielleicht noch, wo Sie vor zwanzig Jahren an dieſem Tage waren?“
Eduard war wie vom Donner gerührt. Er ſchlug ſeine Hand vor die Stirn, daß man den Schlag hörte. Dann öffnete er weit die Augen und ſtarrte Anna an, die demüthig vor ihm ſtand.
„Ich fange an— zu ahnen!“ ſtammelte er.
„Anna, Du kannſt jetzt gehen,“ ſagte die Mutter zur Tochter.
Dieſe ging ſogleich aus dem Zimmer, und die Mutter ſchloß hinter ihr die Thür ab. Jetzt wurde die Frau feſt, ſie erhielt ihren ſtarken Geiſt wieder. Langſam, ernſt, bedächtig ſchritt ſie zurück, nahm einen Stuhl, ſetzte ihn
vor das Sopha, und ſagte zu Eduard:„Setzen wir uns — wir haben jetzt allein zu ſprechen.“
„Reden Sie— ich höre mit hundert Ohren!“
„Vor zwanzig Jahren,“ begann die Frau,„waren Sie alſo ein Kind, ein ſchwächliches Kind, aber mit dieſen Augen ausgerüſtet, die noch jetzt ſo heiter blicken, wie damals, und die mir zum Leitſtern gedient haben.
Erinnern Sie ſich, oder wiſſen Sie vielleicht, wo Sie


