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Morris getreten ſein wollte. Allein hier begeg⸗ nete uns etwas völlig Unerwartetes. Zuerſt fan⸗ den wir einen Brief von dem Arzte aus Göttingen vor, der die Tante Henriettens früher behandelt hatte und der von meinem Herrn vor wenigen Tagen er⸗ fahren, daß er ſich nach Danzig begebe. Der Brief enthielt die für Emery ſo unermeßlich traurige, doch noch kaum geglaubte Mittheilung, daß er kurz nach unſrer Abreiſe aus Göttingen von einem Herrn aus Hannover gehört habe, Fräulein von Bergen erxiſtire als ſolche nicht mehr, ſei vielmehr an einen Baron verheirathet, deſſen Namen jener Herr aber nicht an⸗ zugeben vermocht habe.
Ich ſehe noch immer des Lords funkelnde Augen vor mir, als er dieſe Nachricht las, und ich glaubte, er würde in Wahnſinn verfallen. Aber mit wunder⸗ barer Ruhe ſtarrte er mich und den Herrn des Hand⸗ lungshauſes, durch den er den Brief empfangen, an und ſagte nur die wenigen Worte:„Wenn das wahr iſt, was in dieſem Briefe ſteht, dann iſt mit mir Alles vorbei— ſo wollen wir uns denn jetzt zu unſern anderen Geſchäften wenden.“ Und jetzt erkundigte er ſich nach Thomas Morris. Da aber kam die zweite Ueberraſchung. Der Chef wußte von Thomas Morris gar nichts, in ſeinem Geſchäfte wenigſtens war nie


