Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
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er wäre ohne Zweifel den Spuren der Reiſenden ge⸗ folgt, da aber keins vorhanden war und er ſich von dem weiten Gange, von Schandau bis zum Winter⸗ berge faſt ohne Aufenthalt, ermüdet fühlte, ſo beſchloß er zu bleiben und ſpäter erſt nach dem Prebiſchthore aufzubrechen, wo er ſie noch zu finden hoffte. Allein auch dieſes Vorhaben ſollte ohne den gewünſchten Er⸗ folg ausgedacht ſein, denn nachdem ſich der junge Mann nach Verlauf einer Stunde leidlich getrocknet und an einem Glaſe feurigen Ungarweines geſtärkt hatte, begann das Unwetter von Neuem loszubrechen, der Regen fiel ſtromweiſe hernieder bis zum ſpäten Abend, und erſt in der Nacht hörte er ganz auf, wor⸗ auf ein ſo heiterer und klarer Morgen folgte, wie man ihn ſich auf einer Reiſe nur wünſchen kann. Schon um ſechs Uhr war unſer junger Freund munter und

auf den Beinen, und da auch der Spitz ſich ausgeruht,

ſein zerbiſſenes Bein neu verbunden war und der fri⸗ e Morgenwind die Wege leidlich getrocknet hatte, ſo t er mit der angenehmen Hoffnung von Neuem

d Weg an, die geſtern ſo ſpurlos Entwichenen heute

irgend einer Stelle des ſchönen Gebirges wiederzu⸗ finden. Allein auch dieſe angenehme V Vorausſicht ſollte 1 ſich dem ſanguiniſch hoffnungsvollen Manne durchaus nicht ſtichhaltig erweiſen. Als er einige Stunden