Teil eines Werkes 
4. Theil (1856)
Entstehung
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den Weinbau hineinſtudirt, wie er früher die Vieh⸗ zucht und den Ackerbau betrieben. Gertrud führte die Oberaufſicht des Hausweſens und rüſtige Dienerinnen gingen ihr darin wie in Schleswig zur Hand. He⸗ lene und Agathe fanden hier wenig oder gar nichts in der Wirthſchaft zu thun, ſie gaben ſich, wie es Helene immer gethan, mehr geiſtigen Beſchäftigungen hin und lebten außerdem für ihre Geliebten, die erſt im nächſten Jahre ihre Gatten werden ſollten, denn man wollte das Ende des ſchleswig⸗holſteiniſchen Krieges abwarten, ehe man ſich mit ganzer Seele den Genüſſen des Friedens hingab. So lange noch das Blut ihrer Brüder im Norden floß, ſo lange ſollte in Andreashof, wie das neue Gut betitelt wurde, die hochzeitliche Freude nicht laut werden; Glück war einſtweilen genug in den Räumen deſſel⸗ ben verbreitet, und nur Abends, im Dämmerlicht bis⸗ weilen, bevor man ſich um den Familientiſch in der Mutter Zimmer wie ehemals verſammelte, oder in ein⸗

zelnen Gruppen an dem ſchönen Ufer des Rheines

wandelte, wie man früher am Strande der Oſtſee ge⸗ wandelt, löſten ſich einige verſtohlene Seufzer vom Her⸗ zen los, und mit den nach Norden ſegelnden Wolken und Lüften ſchickte man freundliche Grüße heim und ſchloß das unvergeßliche Vaterland in ein ſtilles Gebet ein.