Teil eines Werkes 
1. Theil, 2. Abt. (1858)
Entstehung
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feldes ging und einen Kranz aus Kornblumen flocht, als ihr ſchnelles Auge von ferne einen Reiter auf einem Schimmel erblickte und darin ſehr bald ihren Freund Millinger erkannte. Sie deutete auf ihn hin und ſagte ruhig, obwohl bedeutſam genug:Da reitet der Doktor Millinger! Der Baron erhob haſtig ſeinen Kopf und ſchaute in die angegebene Richtung. Als er den Mann erkannte, den er ſo ſchwer beleidigt hatte und dem er dennoch ſo aufrichtig ergeben war, erröthete er ſichtlich, erhob aber unwill⸗ kürlich ſeinen Stock, wie zum Gruße und Winke: zu warten oder ein wenig näher zu kommen. Augenblicklich wandte der Doktor, der ſeinerſeits auch die Gruppe von ferne betrachtet, ſein Pferd und ritt langſam dem eigenthümlichen Paare zu. Lang⸗ ſam, ſagen wir mit Bedacht, denn in dieſer lang⸗ ſamen Bewegung ſprach ſich die letzte Spur ſeines verwundeten Selbſtgefühles aus, da er unter anderen Umſtänden ſeinen alten Schimmel gewiß in Trab ge⸗

ſetzt hätte. Als er dem Baron näher gekommen war,

der ſtill ſtand und ihn erwartete, ſah er die Baroneß ihr weißes Tuch fröhlich in der Luft ſchwenken und als er, noch näher herangerückt, ſein Auge auf ihr Geſicht heftete, las er darauf unverkennbar den gei⸗ ſtigen Zuſpruch:Kommt, kommt, mein Freund, und

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