Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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— Wer iſt im Hauſe? wer iſt hier? fragte ich mit bebender Stimme.

— Es iſt niemand hier, Madam; Mr. Middleton iſt ausgegangen und der Wagen, der ihn herbrachte, fuhr nach dem Clarendon⸗Hötel zurück.

Gaht n mir meinen Hut und meinen Shayl; eilt Euch! Ich verſuchte aufzuſtehen, aber die Kräfte verſagten mir.

— Bringt mir ein wenig Wein! ſogleich!

Ich trank ein volles Glas und ſtand auf. Im Begriffe meinen Hut aufzuſetzen, klopfte ein Bedienter an die Thüre und überreichte meinem Kammermädchen einen Brief. Ich war beim Anblick der Schriftzüge einer Ohnmacht nahe, aber ich nahm ihr den Brief aus der Hand und ließ ſie hinausgehen.

Ich las folgende Worte und leſe ſie jeden Tag von neuem: 4

„Dieſe Mittheilung iſt die letzte, welche Du von mir empfängſt. Ich betrete mein Haus nicht eher wieder, bis Du daſſelbe verlaſſen haben wirſt. Ich will Dich nie mehr wiederſehen, noch, ſo lange ich lebe, Deinen Namen ausſprechen hören. Dein Vermögen und, wenn Du willſt, ein Theil des meinigen ſoll Dir durch meinen Anwalt auf eine Dir beliebige Weiſe ausgeliefert werden. Sollteſt Du Briefe an mich ſchreiben, ſo wirſt Du ſie uneröffnet zurück empfangen.“

Ich ſank nicht ohnmächtig nieder, vergoß auch nicht eine Thräne. Ein kalter Schauer rieſelte durch meine Adern und in allen Gliedern zerſchlagen, vermocht' ich kaum zu athmen; die Quelle der Thränen war in mir verſiegt; ich ſeufzte tief im Herzen, erwartete nichts mehr, hoffte nichts mehr. Ich wagte nicht, mich von der Stelle zu rühren und ſtarrte auf die Worte hin:„Verlaſſe mein Haus, ich will Dich nie wiederſehen——“; denn ging' ich, ſo ging ich auf ewig! und das konnte nicht ſeyn, durfte nicht ſeyn! ich ſah ihn nicht zum letztenmale, hatte noch nicht aufgehört zu leben, war nicht verdammt zu jenem Seelentode, zu ewiger Trennung, nicht verurtheilt, mit ei⸗