ſiegen. Daß ich gezwungen bin davon zu reden, ihr Da⸗ ſeyn anzuerkennen, iſt ſchmerzhaft genug für mich; geben Sie mir aber die Hoffnung, lieber Heinrich, daß Sie den Verſuch nicht unterlaſſen wollen, ſich zu beherrſchen, daß Sie danach ſtreben werden, Alice glücklich zu machen und ſelbſt ein Glück in Ihrem häuslichen Leben zu finden, damit wenn wir wieder zuſammenkommen, wir alle glück⸗ lich ſeyn können und die Seelenleiden dieſes Schreckens⸗ jahres uns nur noch wie ein Traum erſcheinen werden.
Er antwortete nicht, aber er ſchien nicht ungerührt ge⸗ blieben zu ſeyn. Ich fuhr fort:
— Ich verdanke Ihnen viel, ich fühl' es, ich geſteh' es. Vielleicht war ich geſtern kalt und unliebenswürdig, wäh⸗ rend Ihre Güte mich hätte milder ſtimmen ſollen. Wie kann ich mich aber ſo, wie ich es gerne möchte, gegen Sie benehmen, wenn Sie eine Sprache gegen mich führen, daß Sie mich ſelbſt verachten würden, wenn ſie mich unver⸗ letzt ließe?
Er unterbrach mich ſchnell, um mich zu fragen, ob wir wirklich bald nach Elmsley zurückkehren würden.
— Unverzüglich, wie mein Oheim dieſen Morgen äu⸗ erte.
— Auf wie lange?
— Auf unbeſtimmte Zeit.
Er runzelte die Stirn und ſagte nach einer Pauſe:
— Es liegt Wahrheit in dem, was Sie eben ſagten. Wir könnten alle zuſammen glücklich leben, und ich ergriff nicht die rechten Mittel, um dieſen Zweck zu erreichen. Ich war ein Thor, ein Unſinniger, nun ſind mir die Fol⸗ gen klar. Ellen, reden Sie oft mit mir, wie Sie es eben thaten; das beruhigt, das beſänftigt mich. Ich betrachte die Sachen aus einem andern Geſichtspunkte, als noch vor wenigen Augenblicken. O liebe, liebe Ellen! ſagen Sie doch zuweilen: lieber Heinrich! zu mir, wie Sie es eben thaten, und ich will alles aufbieten, Ihren Wünſchen zu entſprechen. Eröffnen Sie mir Ihr Herz ohne Rück⸗ halt, Ellen. Wenn neue Schwierigkeiten Ihnen entgegen treten ſollten, ſo wäre ich vielleicht im Stande, Ihnen in


