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fuhr fort, die„Nachrichten vom Ausland“, eine litera⸗ riſche Ueberſicht, und was immer ſonſt noch die Zeitung enthielt, vorzuleſen. Aber in dieſem kurzen Augenblick war in den Seelen Beider Vieles vorgegangen, und ſie waren zu einem ſtillſchweigenden Einverſtändniß gelangt. Sie wußten von dieſem Tage an für alle weiteren ge⸗ wiß, daß kein Schatten von nachtragendem Grolle mehr in ihnen vorhanden, und daß das Stillſchweigen, das ſte beobachteten, nicht das der Gleichgültigkeit ſei.
Kurze Zeit darauf verlangte Lord Lifford ſeinen Enkel zu ſehen, und bald zog Gertrude zu ihm in's Haus, um es nicht wieder zu verlaſſen. Der Anblick dieſes Kindes war ohne allen Zweifel etwas Hartes für dieſen zwar von Reue ergriffenen, aber darum doch nicht veränderten Mann. Die Vorurtheile der Menſchen können bis auf einen gewiſſen Grad unterdrückt, aber, beſonders in ſolchem Alter, nicht ganz ausgetrieben werden. Der Knabe hatte freien Lauf durch das große Haus und die weiten, feierlich ernſten Gärten, und er⸗ füllte ſie mit kindlichem Jauchzen und Lachen. Er war ein großer Liebling ſeines Onkels, der ihn in Spra⸗ chen und Naturgeſchichte unterrichtete, und die Abſicht hegte, ihm mit der Zeit eine Namensänderung zu ver⸗ ſchaffen, eine Ehre, zu welcher ſeine Mutter niemals ihre Zuſtimmung geben wollte; aber in die Terraſſenzimmer, wie man ſie nannte, kam er ſelten, ſondern pflegte nur dann und wann einmal von einem Winkel des Ganges aus auf ſeines Großvaters ſtattliche Geſtalt und melan⸗ choliſches Geſicht hinzublicken,— indem er in ſeinen kindlichen Gedanken ſich neugierig fragte, ob der wohl in dieſem Zimmer Bußübungen anſtelle? und er rieth⸗ richtig.
i Es war eine lange und bittere Bußübung, und ſie trug am Ende ihre Frucht. Dieſes Zimmer und ſeine Tochter,— der Anblick von jenem und die Gegenwart von dieſer— bewirkten eine entſcheidende Veränderung in ihm, und die Gnade fand ihren Weg zu ſeiner Seele.


