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ſo treuer, zäͤrtlicher Liebe! War es ihre Schuld, daß ſein Unglücksſtern ihm Sidonien in den Weg geführt! Die Graͤfin Lichtenthal genaß von ihrer ſchweren Krankheit, und nach einigen Wochen war auch Amalie hergeſtellt. Dieſe hatte ſich wieder an den Anblick ihres Gatten gewöhnt; aber Walter bemerkte eine tiefe Melancholie und ein ſtilles Sinnen an ſeiner Gemahlin, das ihr ſonſt nicht eigen geweſen. Ihr Gemüth ſchien in Aufruhr und Kampf. Umſonſt beſtreb⸗ te ſich Theodor, ſie zu erheitern; umſonſt durch Aufmerkſamkeit und Liebe, ihren etwanigen Argwohn zu zerſtreuen; ſie blieb ernſt und nach⸗ denkend, und alles, was er durch ſanftes Zu⸗ reden gewann, war, daß ihre Thraͤnen floſſen. Walter hatte Sidonien nach ihrer Gene⸗ ſun nicht wiedergeſehen, aund wollte es auch nicht. Jeder neue Blick auf ſie, erfüllte ihn
mit neuem Schmerz. So beſchloß er denn, den
ihm angetragenen Geſandtſchaftspoſten in Wien, anzunehmen, und ſeine Gemahlin ſo lange zu⸗


