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durch ihre Schriften die Welt; auf der andern
Seite verſielen die Sitten der hohen und niedern Geiſtlichkeit, beſonders in Italien, ſtets mehr, da das böſe Beiſpiel von oben kam*). Unſitt⸗ lichkeiten der ſchändlichſten Art von Prieſtern ver⸗ übt, entehrten die Menſchheit und noch tiefer die chriſtliche Kirche, deren Vertreter und Fürſprecher jene ſeyn ſollten.
Licht und Schatten beruührten ſich alſo jetzt im ſchreiendſten Widerſpruche; der Ablaßkram, d. h. Vergebung der Sünden für Gold, ſelbſt derer, die man noch begehen wollte, ſaugte die unglück⸗ lichen Völker ſo ſehr aus, daß man allgemein, ſelbſt von Seiten der Römer annahm, zwei Drit⸗ theile alles Geldes in Europa flöſſen jährlich nach Rom. Die wenigen reinen und frommen Die⸗ ner Gottes und Jeſu in Italien und den umlie⸗ genden Ländern riefen laut: die Kirche bedürfe einer gänzlichen Aenderung an Haupt und Glie⸗ dern. Da erſchien zum Heil der Chriſtenwelt Martin Luther.
*) So nannte ſich z. B. Pabſt Innocens(der Unſchul⸗ dige!) VIII,(geſt. 1492) öffentlich Vater ſeiner 16 unehelichen Kinder und überhäufte ſie mit Reichthümern und Ehren. Er ſtand im geheimen Bündniß mit dem türkiſchen Kaiſer und verkaufte doch öffentlich Ablaß unter dem Vorwande, Geld zu einem Türkenkriege zu
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