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dieſe Arkade hindurch ſah man von der Straße aus in einen reizenden Garten, in deſſen Hintergrunde eine Art Tempel in Geſtalt einer Rotunde mit zier⸗ lichen Säulen auf ſchön gebauter Unterlage von Fels⸗ ſtücken einen höchſt pittoresken Anblick gewährte. Die künſtliche Gruppirung ausländiſcher und doch überaus gut gedeihender Blumen und Geſträuche— die reichen Springbrunnen und gut placirten Sta⸗ tuen— kurz der Totaleindruck des Ganzen rechtfer⸗ tigte den ihm ſo oft beigelegten Namen: Feenpalaſt.
An einem ſpätſommerlich ſchönen Herbſttage, denn es war ſchon volle vier Monate nach dem erſten Auftreten der Mademoiſelle Duchesnois im Theatre Français— das am zehnten Tage nach ihrem Debut in Verſailles erfolgt war— finden wir bei Madame Hamelin eine geiſtreich heitere Geſellſchaft im Gar⸗ ten verſammelt. Die ſchöne Wirthin des Hauſes feierte ein originelles Weinleſefeſt und praͤſidirte da⸗ bei in dem idealeſten Winzerinnen⸗Coſtüm, das wohl jemals erſonnen worden iſt. Was aber waren alle die funkelnden Juwelen, die als Attributenſchmuck des Weinbaues verwendet um die ſchön gewölbte Stirn ſich ſchlangen, was war der ganze ſinnreiche Apparat des ſymboliſchen Feſtes gegen ſie ſelbſt, die


