Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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224 auch vornehmer, und ich fühlte, wie man Dich von ganzen Herzen lieb haben und doch nicht als ſeine Frau denken kann.

Ich glaube Dir's, ach ich glaube Dir's gar wohl, mein guter Etienne! rief die Aermſte im ſchmerzlichſten Mißverſtehen der Worte ihres Ver⸗ wandten.Gott hat nicht gewollt, daß eines Man⸗ nes Lebensglück in meine Hände gelegt werden ſoll. Sei gut mit Deiner Margot, mein Vetter, ſie wird Dir's an Liebe vergelten und treuer Sorgfalt, denn Dankbarkeit iſt ein reicher Schatz jedes Frauen⸗ herzens.

Nicht Margot's, entgegnete Barrot kleinlaut. Sie nimmt Alles wie ſchuldigen Zins für ihre Mit⸗ gift an Schönheit und Ausſteuer, obgleich ſie auch Gott und ihrem Vater nicht dafür gedankt haben mag. Wäre mein kleines Bübchen nicht, ich meine, es könnte mir zu Stunden aus dem Sinn kommen, daß ſie mein Weib iſt.

O nein Etienne, nein. An dem Knäbchen halte und denke Dir Dein Kind nicht ohne ſeine Mutter. Weißt Du noch, wie wir als Kinder, fügte Joſephine in ihren Erinnerungen ſchwelgeriſch ſich vergeſſend hinzu,Vater und Mutter ſpielten