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arme Joſephine, ihrer nicht mehr mäͤchtig in Thrä⸗ nen ausbrechend. 3
„Laß' gut ſein, Baſe,“ beruhigte Barrot, ſei⸗ ner Verwandten wieder näher tretend, die Weinende. „Du biſt nun vornehmer geworden als ſie und wir Alle— Gott laſſe Dich auch glücklicher werden,“ fügte er nach einer kleinen Pauſe hinzu.
Mademoiſelle Duchesnois trocknete ihre Thrä⸗ nen.„Aber Du— Du Etienne, Du biſt doch wohl glücklich, ſehr glücklich— Du mußt es ja ſein.“
„O ja,“ antwortete der Gefragte ziemlich la⸗ koniſch,„glücklich wie ich auch ſatt war, wenn meine gute Mutter ſelig mir eine derbe Quarkſchnitte reichte und bei dem Gelüſt nach einer zweiten mir ſagte: Du mußt nun ſatt ſein, Junge.“
„Eine ſo ſchöne Frau, wie Du haſt,“ ſtotterte Joſephine über und über erglühend mit zu Boden geſenktem Blick.
„Ja ſchön, das iſt aber auch Alles.“
„O ja!— Es iſt Euch Männern Alles.“
„Du ſagſt das ſo ſonderbar, Baſe, daß ich wei⸗ nen könnte wie ein geſchlagener Schuljunge, und wußte doch im Grunde nicht zu ſagen warum. Du ſahſt ſchöner heute aus, wie meine Margot, aber


