Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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Bauernkind, das da vor ſeinem ſtill Geliebten ſtand, zwei gänzlich einander entfremdete Perſönlichkeiten zu ſein ſchienen.

Weißt Du noch, kleine Joſephine, ſprach der junge Landmann nach einer kurzen Weile muth⸗ faſſenden Schweigens nicht ohne jenes Stocken, das der Sprache der Liebe ſo eigen als es dem Ohre der Liebe wohlgefällig iſt,weißt Du wohl, daß ich als ganz junger Burſche es immer im Hirn gehabt, wir könnten einmal ein Paar werden?

Herr Gott des Himmels, was redeſt Du da! fuhr die Debutantin wie von einem elektri⸗ ſchen Schlage getroffen von ihrem Vetter zurück.

Nun, nun, beruhigte der junge Dörfler ſeine Baſe mißverſtehend und deshalb die Hand, welche er gefaßt hatte, fahren laſſend,wir ſind ja nur Ander⸗Geſchwiſterkind. Damals warſt Du auch noch nicht einmal Pariſer⸗Köchin, viel weniger Theaterprinzeſſin und gar Frau eines griechiſchen Königs. Ich vertheidigte Dich immer, wenn ſie meinten, Anderen ſtehe der Kranz beim Tanze beſſer und Du habeſt Augen, vor denen man ſich fürchten könne.

Guter Etienne o treues Herz! rief die