Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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da Brod damals ein großer Luxus war auch ihrerſeits mitzubringen, weil Madame Beauharnais doch unbeſtritten die Aermſte von Allen geweſen ſei. Nur zuweilen flog ein leichter Schatten über Joſeſinens heitere Stirn, nur zuweilen, wenn ein ihr lieb gewordenes Weſen ſich verheiratete und die kirchliche Weihe empfing. Ihre Ehe mit Napo⸗ leon war damals noch einzig Civilakt und iſt als kirchliches Sakrament niemals veröffentlicht worden. Als von Seite Marie Louiſens die Frage an die Kaiſerin Joſefine erging, ob ſie durch die in Aus⸗ ſicht ſtehende Vermählung mit Napoleon auch in der That keinen kirchenräuberiſchen Akt begehe, ver⸗ wies Joſefine ihre Nebenbuhlerin mit ſelbſtverläug⸗ nender Großmuth auf den Moniteur. Napoleon wollte nicht, ſo erklärt man den befremdlichen Umſtand allgemein daß eine ſo verſpätete Ceremonie, als die Einſegnung des kaiſerlichen Paares um Mit⸗ ternacht in der Kapelle der Tuillerien durch den Cardinal Feſch, in dem offiziellen Blatte veröffent⸗ licht werden ſollte.

Chaptal, der bisher ſo beharrliche Gegner der armen Joſefine Duchesnois, war eines Theilz doch ein zu aufrichtiger Freund der Kunſt, welche er