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Kaiſerin Joſeſine— den dieſe ſeltene Frau bei ihrem bloßen Erſcheinen hervorgebracht. Wie wäre dies möglich!— Wie den rührenden Zauber dieſer melo⸗ diſchen Stimme, dieſer ſeelenvollen Blicke, dieſer Grazie in jeder Bewegung ſchildern!— Alle ihre Portraits, jede Beſchreibung dieſer unbeſchreiblich liebenswürdigen Perſönlichkeit ſind unſäglich weit hinter der Wahrheit zurückgeblieben. Die Anmuth iſt ſo flüchtig, ſie iſt ſo ganz Hauch der Seele, daß es unmöglich iſt, ihren auf uns wirkenden Zauber durch Worte oder Pinſel verſinnlichen zu wollen. Die Grazie aber und der Ausdruck reinſter Seelengüte in dem ſchönen klaren Auge, das waren, nächſt einer unerſchütterlichen Gemüthsheiterkeit, die Roſenketten, womit die Witwe des Generals Beau⸗ harnais ſchon im Gefängniß alle Herzen ſich unterthan gemacht. Die finſtern Mauern des Ker⸗ kers— erzählt einer ihrer Mitgefangenen— wurden durch die anmuthige und maßvolle Heiterkeit, durch die Witzfunken des anſpruchloſen Verſtandes dieſer unvergleichlichen Frau belebt. Sie war der Abgott ihrer Unglücksgefährten. Napoleon Bonaparte, der oft zum Beſuch eines ſeiner Freunde in das Ge⸗ fängniß kam, wurde von dem beſcheidenen Reiz und


