Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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dem unbewußten Rhythmus in der Sprachweiſe der jungen Köchin. Seine Hände ſtreckte er vor, als wolle er ein Kind vor dem wahrſcheinlichen Falle behüten, und faltete ſie unwillkürlich wie zu einem Dankgebet, als Joſephine mit ihrem klangvollen, ausgiebigen Organ den gewaltigen Monolog der Phädra mit den Worten:

Un reste de chaleur tout prèêt à s'exhaler zu Ende geſprochen.

Die Folge dieſes für die Geſchichte des Theater Frangais ſo bedeutungsvollen Abends war, daß das bisher noch Unerhörte geſchah, daß nämlich ein Dichter, und zwar ein Dichter von Legouvé's Gel⸗ tung, Lehrer einer Schauſpielerin wurde. Florence fügte ſeinen Unterricht in der Technik des Bühnen⸗ lebens hinzu und Madame Lebrun beſtürmte Frau von Monteſſon ſo lange mit ihren Bitten um Protek⸗ tion, bis dieſe ihr verſprach, der vormaligen Köchin des Bourſault'ſchen Hauſes einen Abendzirkel zu widmen..

Frau von Monteſſon, deren Namen in der da⸗ maligen Zeit ſo klangvoll ohne eigentliche Berühmt⸗ heit geweſen, als er für die Nachwelt bedeutungslos geworden Frau von Monteſſon ſei hier nur ganz