Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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ten Biscuit de Savoye und die runden Macronen auf den Confekttellern ordnete, während unſer Fein⸗ ſchmecker dem Capitän Fouchard eine wiſſenſchaftliche Abhandlung über die Pflege des Frantignan⸗ und Malagaweines, welche dieſen Mittag ſeinen Beifall eben nicht gehabt, in die Ohren geflüſtert, von den Kaffee⸗Liqueurs aber mit unverhehlter Verachtung geſprochen, während der zarte Lieutenant wohl zum ſechſten Male ſeine Frage nach der Schönheit der zu erwartenden Köchin wiederholt, ohne ſie beantwortet zu hören, während er ſich fruchtlos bemühte, die allerliebſten Koketterien von Mademoiſelle Louiſon Fouchard von Legouvé ab auf ſich zu lenken, ſahen der Dichter und ſeine Freundin in herzklopfender Spannung dem Oeffnen der Thür entgegen, durch welche Racine im Küchencoſtüme erſcheinen ſollte.

Da ſtand ſie denn, die Erwartete, und ein leiſes Ach! des Erſtaunens war bei ihrem Anblick nament⸗ lich auf den Lippen der Männer kaum zurückzuhalten. Eine lange, magere Geſtalt mit vorgebogenem Nacken, aufwärts geſtülpter Naſe und breitem Munde wie uns das bekannte Porträt der Joſephine Rafin⸗ Duchesnois überliefert worden iſt ſtand furcht⸗ los, doch mit beſcheidener Zurückhaltung vor ihrer