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geiſtern, aber ihr Erfolg wird, wie ich glaube, un⸗ zweifelhaft ſein.“ 3
„Sie ſcheinen mir Partei, liebſter Florence,“ lächelte Legouvé und hob ſein Glas.„Der erſten großen Bühnenkünſtlerin, die durch unſere Hallen ſchreiten, die unſern unſterblichen Racine den Herzen der Franzoſen wieder näher bringen wird!“ rief er in aufflammender Begeiſterung.„Ihr unſern ritter⸗ lichen Schutz, unſere Ergebenheit, und Fehde ihren Widerſachern. Das erſte Glas des ſchäumenden Champagners Ihr, der noch Ungenannten und Unbekannten, der Prieſterin der ſchönſten Kunſt, weil ſie am treueſten das Leben abſpiegeln, am innigſten mit der Wahrheit Hand in Hand ge⸗ hen muß.“. 4
Die⸗ Becher klangen, die Augen funkelten, die Herzen der Frauen ſchlugen höher, ihre Wangen glühten heißer.
Legouvé blickte träumeriſch vor ſich hin. In ſeinem Auge zuckte einer jener ahnungsvollen Blitze, wie ſie zumeiſt gerade in Momenten der höchſten Begeiſterung gleich einem Dilirium der Prieſterin von Delphi aus dem Blick des Dichters leuchteten, deſſen letzte Lebenstage Geiſteszerrüttung umnachtet.


