Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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185⁵

geliebten Mannes oder an die Wiege eines Kindes oder in die Hallen der Kunſt.“

Henrietten's Name, der, wie ſchon geſagt, in dieſen Blättern eine Abänderung hat erfahren müſſen, iſt bei allen das Ballet cultivirenden Bühnen Deutſchlands ſowohl, als beim Publikum von gutem Klange, obgleich wohl oft in dem weiten gedrängt vollen Saale, der von den Kundgebungen des ihr geſpendeten Beifalls erſchallt, vielleicht nicht Ein Auge in dem ihren zu leſen und die epiſche Tiefe oder die klagende Lyrik ihrer künſtleriſchen Leiſtun⸗ gen zu würdigen verſteht. Die unendliche Sehnſucht ihres echt weiblichen Herzens nach Liebe und Poeſie ſtrömt unerfüllt, wie ſie geblieben, in der Dichtung ihres Tanzes dahin, ſo wie die Sehnſucht und der Schmerz des gefangenen oder gar des geblendeten Vogels den menſchlichen Quälern die reizendſten Lieder ernten läßt. Nirgend aber verweilt ſie lange, denn nirgend fühlt ſie ſich heimiſch, und ſo gleicht die anmuthig dahinſchwebende Sylphide dem Mäd⸗ chen aus der Fremde, das allenthalben den Früh⸗ ling bringt und wieder entſchwindet. Dieſer feen⸗ hafte Zauber, der die außerhalb der Bühne gänzlich unnahbare Künſtlerin umgibt, mehrt die überſinnliche