Teil eines Werkes 
2. Th. (1862)
Entstehung
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und bei der Fürſtin ſelbſt um ihre Hand geworben. Sie blickte ihm ſtarr und wie irre an ſeinem Her⸗ zen werdend, in das Geſicht— nannte noch einmal Lothar's Namen mit einem Ausdruck, der allen Schmerz und alle Wonne der Vergangenheit in einen armſeligen Laut zuſammenpreßte, und kehrte ſich dann mit vorwurfsvollem Blick für immer von ihm ab.

Allein Henriette war tiefinnerſte Künſtlernatur und war es um ſo mehr, ſeit die tiefſte aller Wun⸗ den— verſchmähte Liebe— ihrem Herzen geſchlagen war. Auf wiederholtes Anrathen der Fürſtin, die mit ihrem zart weiblichen Sinn den innerſten Quell von Henriettens ſtill getragenem Schmerz wohl ahnen mochte und die klöſterliche Einſamkeit ihres kleinen Witwenſitzes für ungeeignet zu deſſen Linderung hielt— auf die dringende wiederholte Mahnung der Fürſtin kehrte die junge Künſtlerin zu der ſo manches Jahr unterbrochenen Laufbahn, die ihr eigenſter Beruf war, zurück. Sie gedachte der Worte ihrer nun auch aus dem Leben geſchiedenen Schweſter in der düſtern Abſchiedſtunde: „Wohin ſoll das heißſchlagende Herz des Weibes

ſich retten, wenn nicht an die treue Bruſt eines