Teil eines Werkes 
1. Th. (1862)
Entstehung
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Kummer, nein von Schuld gebeugt und gebleicht, geſenkten Hauptes, mit gebrochener Geſtalt neben ihm hergehen o neben ihm ich hätte ihn ermorden können.

Eine Stimme zwar erhob ſich und ſprach von namenloſen Leiden und Demüthigungen, welche die unglückliche in ihrer kinderloſen Ehe erduldet, bis ſie dieſe Stadt, mit ihrem Jugendfreunde dem zwing⸗ herrlichen Kerker entflohen, auf der Reiſe berüh⸗ ten. Bis dahin ſei ihr Wandel unſträflich rein geweſen und nur, um ihren Fehltritt vor dem Forum der Geſellſchaft wieder einigermaßen auszu⸗ gleichen, habe ſie die Scheidung eingeleitet und ſei zur proteſtantiſchen Kirche geflüchtet. Dieſer Schritt macht ihr freilich eine zweite Ehe möglich; allein welche Unmoral liegt in dieſem Concubinat einer Frau, deren angetrauter Gatte noch lebt! Schaudernd müßte die weibliche Sittſamkeit und die weibliche Tugend von ſolch' einem unnatürli⸗ chen Bündniß ſich abwenden und Angelika bebt nicht davor zurück? Räthſelhaftes Labyrinth des weiblichen Herzens! Der Faden, der Dich ergründen möchte, iſt wohl noch nicht geſponnen.