Teil eines Werkes 
3. Th. (1864)
Entstehung
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Denn das weibliche Geſchlecht nimmt überhand und wird uns zu kräftig, wir müſſen uns durch Zuwachs ſtärken, ſonſt findet ein völliges Unterbuttern ſtatt. Es iſt mir lieb, daß deines ein Mädchen iſt,“ ſagt er zu ſeiner Tochter,„das Ding iſt ſchwarz und borſtig, es wird kein Hahn, ſondern eine Hummel.“

Die Taufe iſt vorüber und Profeſſor Raſchke er⸗ hebt das Glas:„Zwei neue Menſchenſeelen im Reich

der Bücher, zwei Gelehrtenkinder mehr in unſerer doc⸗

trinären, wunderlichen, pedantiſchen, grilligen Zunft. Ihr Kinder werdet eure erſten Reitübungen auf. Foli⸗ anten anſtellen, euren erſten Helm und eure erſte Schürze werdet ihr aus Correcturbogen eurer Väter anfertigen, früher als Andere werdet ihr mit heimlichem Bangen auf die Bücher ſchauen, die eure roſige Jugend umſtehen. Wir aber wünſchen, daß auch ihr dazu helft, einem ſpäteren Geſchlecht den ſtolzen Sinn zu bewah⸗ ren, mit welchem eure Väter das eigene Leben hingeben als Suchende, Denkende, Geſtaltende. Auch ihr, ob Mann, ob Weib, ſollt treue Bewahrer der idealen Habe unſeres Volkes ſein. Ihr werdet ein Volksthum finden, das ſtärker: die Flügel regt und höhere Forderungen an ſeine geiſtigen Führer ſtellt. Wie die Gegenwart uns, wird auch euch eure Zeit zuweilen mit einem Lächeln betrachten; ſorgt dafür, daß es ein herzliches Lächeln ſei. Und ſorgt dafür, daß dem Volke dies Amt werth bleibe, das ihr von euren Vätern überkommt, und das auch ihr verwalten ſollt als ehrliche Arbeiter