Teil eines Werkes 
3. Th. (1864)
Entstehung
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„Hier das letzte,“ rief der Doctor und reichte ein viereckiges Brettchen heraus,„und hier noch eins.“ Es waren zwei Bücherdeckel aus feſtem Holz, die Außenſeite mit geſchnitztem Elfenbein überzogen. Der Profeſſor erkannte beim erſten Blick an der gebräunten Platte, in den abgeſtoßenen Figuren die byzantiniſche Arbeit der letzten römiſchen Zeit, eine Kaiſergeſtalt auf dem Throne, über ihr Engel mit der Glorie. Großes Quadrat, Arbeit des fünften oder ſechſten Jahrhun⸗ derts. Es ſind die Deckel der Handſchrift, Fritz, wo iſt der Text?“

„Kein Text vorhanden,“ tönte wieder die dumpfe Stimme des Doctors.

„Nimm das Licht und leuchte.“ Der Doctor nahm auch die zweite Leuchte hinein, er fuhr mit Hand und Hacke an jedem Punkte des Felſens umher, er warf die letzte Nadel Waldſtreu hinaus, und den letzten Ueberreſt des Sackes. Es war nichts von der Handſchrift zu ſehen, kein Blatt, kein Fidibus. Der Profeſſor ſah auf die Deckel.„Man hat ſie abgeriſſen,“ ſagte er tonlos, „wahrſcheinlich hielten die Mönche den römiſchen Kai⸗ ſer in Elfenbein für einen Heiligen.“ Er hielt die Deckel an das Licht, auf der innern Seite des einen unter Staub und Moder in alter Mönchſchriſt die Wodxce zu leſen:

„Von Ausfahrt des Schweigenden.“ Jetzt uhr der Schweigende aus ſeiner Höhle, aber er ſchwieg, zin Mund blieb ſtumm für immer.