Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
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ängſtigt, ſo verſagen ſie. Ich bin keine Gefangene,

und doch umgiebt mich die Luft eines Kerkers. Der Kammerherr ließ ſich ſeit Tagen nicht ſehen, und der Prinz, der ſonſt zu mir ſprach wie zu einer Freun⸗ din, kommt ſelten, nur auf Minuten, und dann iſt es ſchlimmer, als ob er nicht da wäre. Er iſt ge⸗ drückt wie ich, und ſieht mich an, als fühlte er die⸗ ſelbe namenloſe Angſt. Und ſein Vater? Wenn er vor mich tritt, iſt er ein freundlicher Herr, dem man gut ſein könnte, und ſobald er mir den Rücken wendet, verzerren ſich vor meiner Seele die Züge ſeines Ant⸗ litzes. Es thut nicht wohl, den Großen der Erde nahe zu ſein, ſie neigen ſich einem zu, öffnen ihre Seele wie gute Freunde, und kaum fühlt man die Erhebung, daß das Höchſte einem ſo großes Anrecht gewährt, dann ziehen ſich die neckenden Geiſter plötzlich wieder in ihr unſichtbares Reich zurück, und man kümmert ſich, denkt an ſie und regt ſich auf. Solch Leben nimmt den Frieden.“

„Felix ſagt, man ſoll nicht ſorgen um dieſe Sorg⸗ loſen. Wie kann man Antheil und Sorge meiden,

wenn ihrer Seele Wohlfahrt ein Segen für Alle iſt?“

„Iſt es nur darum, Ilſe,“ frug ſie,„daß die Ge⸗ danken ruhelos fliegen? Oder iſt es Stolz, bald verletzt und bald wieder geſchmeichelt, iſt es Angſt um Geliebtes, das ſie mir in der Stille entreißen wollen?“

„Weshalb bangt mir um dich, mein Felix? Warum

zage ich, weil er hier ein Weib gefunden hat, das ſeinem