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Die Nähe der Reſidenz erleichterte einen faſt be⸗ ſtändigen Verkehr zwiſchen den Freunden und Freun⸗ dinnen, und zugleich verlieh die Entfernung, die ſie trennte, dieſem Umgang einen eigenen Reiz. Es war immer eine Art Feſttag, wenn Bruno und Benno den Wagen beſtiegen, der ſie hinüberführte. Clara ſtand am Fenſter ihres Hauſes hinter der hohen Linde und winkte ihnen mit ihrem Tuche den Willkommensgruß. In dem Garten, unter ihren Blumen, in dem Park an dem rauſchenden Flüßchen zauberte ſie Bruno ihre beiderſeitige harmloſe Kindheit vor.
Wieder lernte er ſie in einfachen und natürlichen Verhältniſſen kennen. In Ellen's Hauſe hatte auf ihr wie auf ihm eine Schwere und Schwüle geruht, unter der wohl ein leidenſchaftlicher Ausbruch, aber kein friedlicher Genuß möglich war. Halb mochte es das dunkle Bewußtſein einer Schuld, die ſie gegen Ellen begingen, halb die phantaſtiſche Erregung, welche Ellen ihrer Umgebung mittheilte, geweſen ſein, die jeden ſtilleren Austauſch ihrer Gedanken und Gefühle gehindert hatten. Hier dagegen gab ſich Clara, wie ſie war, als ein lebensheiteres, ſonniges Geſchöpf.
Der Verſuch, in die Tiefe der Dinge zu dringen, war ihr fehlgeſchlagen; ſie mußte dem Unſichtbaren


