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meinde ſich rüſte, brachte dem Bruder wieder den Beſuch der beiden„Mucker“ in Erinnerung.
„Kommt der flachsblonde Schleicher öfters in Euer
Haus?“ fuhr er heraus.
Clara lachte.
„Fürchteſt Du, daß er mir gefährlich werden könnte? Sei ruhig, ich habe nichts Anziehendes für einen ſo frommen jungen Mann.“
„Fromm? Er iſt ein Heuchler, ein Betrüger. Pfui über den Staat, der ſolche Verführer und Berücker unſchuldiger Seelen frei und ungeſtraft herumlaufen läßt! Sie verdummen das Volk, der unſterbliche Laſſalle...
Die Schweſter legte ihm die Hand auf den Mund.
„Du biſt ja nicht im Arbeiterverein. Der Candidat
will auch Niemand berücken und betrügen, und Du
ſollteſt Achtung vor ihm haben, denn er will ein Werk unternehmen, zu dem Muth gehört. Der Pfarrer hat zuerſt von ihm zu Ellen geredet und ihn heute ihr vorgeſtellt. Der junge Mann will nach Südafrika gehen als Miſſionär zu den Kaffern und Buſchmännern.“
„Er verläßt Berlin?“
„Mach' nur große Augen! Er ſieht ſo zart und ſchwächlich aus, daß ihm Keiner ſolch Wagſtück zutraut,
aber es muß im Glauben eine wunderbare Kraft Frenzel, Silvia. II. 11


