Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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aus der Fabrik beſchönigend nannte hatte er ſich als ſelbſtſtändiger Arbeiter eingerichtet und eine kleine Kundſchaft bei den Verkäufern dieſer Gegenſtände erworben. Hochmüthig und trotzig wie er war, hatte er wenig dazu gepaßt, unter Vielen ein kaum beach⸗ tetes Rad einer ungeheuren Maſchine zu ſein, eine

Arbeit zu verrichten, die in dem Zuſammenhang des

ganzen Werkes nicht mehr bedeutete als das Einſchlagen eines Nagels in die Wand. Die hohe Meinung, die er von ſich hatte, wurde nie befriedigt, weder ſein Ehrgeiz noch ſeine Phantaſie fanden in der ihm be⸗ ſchiedenen Thätigkeit einen ausreichenden Spielraum.

Wie anders an ſeiner Drehbank! Er konnte den Figuren des Schachſpiels, an dem er eben arbeitete, nach ſeinem Willen Ausdruck und Form geben, wenn ſie nur mit leicht erkennbaren Abzeichen als König und Thurm, als Läufer und Springer auftraten. Und was ihm das Wichtigſte war: er hatte in dieſem Raume keinen Aufſeher, er war in jedem Sinn ſein eigener Herr, ein König im Kleinen.

Jawohl, Niemand hinderte ihn. Vor ſechs Wochen, an einem trüben Septembermorgen, hatten ſie die Mutter zum Friedhof hinausgefahren. Von dem Hauſe drüben war der ſchwarzverhängte Wagen gekommen, der Alles in ſich aufnimmt.

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