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tigkeit der Lüneburger Regierung zu verdanken, die ſich damit ein namhaftes Verdienſt um das Vater⸗ land erwarb.
Amalie war auch dem gehaßten Nickel Liſt dis nach Celle gefolgt. Obgleich man ihr dort jedea Zutritt zu dem Gefangenen verweigerte, ſo blieb ſie dennoch in dieſer Stadt, um ihn hier unter Henkershänden ſterben zu ſehen.
Als ſie aber die gräßlichen Qualen des Un⸗ glücklichen bei ſeiner Hinrichtung mit anſehen mußte, und die Seelenruhe und den Muth gewahrte, mit welcher er ſie ertrug, da löſte ſich der ſtarre Haß in ihrem Herzen, ſie vergab ihm aufrichtig, bereute,
was ſie gegen ihn verbrochen, und weinte die bite 3
terſten Thränen. Nach Liſt's Hinrichtung begab ſi ſie ſich wieder in's Voigtland zurück, verband ſich ſpäter wieder mit einigen Gaunern, ſiel nun endlich in die Händ der Juſtiz und wurde, etwa ein Jahr nach diſis Tode, in Zwickau gehängt.


