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Verwundete, während einige von den Räubern nur leicht verletzt waren.
Dieſe begaben ſich nun in den Keller, wo der Müller ſein Geld aufbewahrt haben ſollte; doch ſo aufmerkſam ſie auch ſuchten und das Oberſte zu Unterſt drehten und wendeteu und umgekehrt, ſie fanden nirgends das Geſuchte und auch nirgends nur eine Spur davon.
Wüthend hierüber gingen ſie zu dem Müller zurück, ſchleppten ihn, da er nicht geſtehen wollte, wo er ſeinen Schatz verborgen habe, in den Keller
und nöthigten ihn durch Schläge und Meſſerſtiche, ihnen denſelben endlich anzugeben. Er war ver⸗ ſcharrt und mußte erſt ausgegraben werden. In einer ſchweren hölzernen Kiſte wurde er endlich, als ſchon faſt der Morgen tagte, gehoben und mit ihm flüchteten nun die Räuber in Sicherheit. Der Müller blieb halb todt im Keller zurück.
Bei der Theilung fand man, daß die Beute größer war, als man gehofft hatte; es fanden ſich über 4000 Thaler in der Kiſte. Nun hatten fie die Mittel, ihre Reiſe nach Prag anzutreten, was denn auch in einigen Tagen geſchah. Es war dies aber auch die höchſte Zeit, denn der Einbruch in der Muͤhle und die Ermordung der Mühlknappen hatte die Juſtiz auf die Beine gebracht, welche ein


