Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Schon ein paar Stunden war er auf einem Fahrwege dahin geritten, und noch immer wollte ſich das Ende des Waldes nicht zeigen.

Dagegen füblte er ſich von Augenblick zu Au⸗ genblick unwohler; er wurde ſo matt, daß er bei⸗ nahe vom Pferde ſank; es klebte ihm die Zunge am Gaumen, und ſein Durſt wurde ſo brennend, daß er für einen friſchen Trunk gern die geraubte Börſe hingegeben batte

Den Zügel des Pferdes am Arme, ſchleppte er ſich tiefer in den Wald hinein, eine Quelle zu ſuchen. Lange war er fruchtlos umher geirrt, und vermochte nicht weiter zu gehen. Er wollte unter einem Baume ſich lagern, als er den rückwärts am Sattel angeſchnallten Mantelſack bemerkte. Ohne

ſelbſt zu wiſſen, warum, da er in dieſem Augen⸗ blicke gewiß nicht an eine Beute, KRettung vor dem Verſchmachten dachte, ſchnallte er

ſondern nur an

den Mantelſack ab, warf ſich damit aufs Moos und

öffnete ihn.

Er ſchrie laut auf vor der Mantelſack war ein tragbares Speiſegew be, ein portativer Keller. 3 Nicht ein Stückchen von Kleidern oder Wäͤſche befand ſich darin, wohl aber ein Magazin Schinken nnd verſchiedenen Braten,