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Welt- und Lebensbilder : Schilderungen seemännischen Lebens / hrsg. von Henriette Freese ...
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in den Augen der Unverſtaͤndigen erhalten hat; erwiderte Frau Randers mit tiefer Nuͤhrung. Ich will dich, ſo viel an mir iſt, zu dieſem Ziele fuͤhren. Bleibe fromm und mild geſinnt, und das Schickſal deines Bruders und meines Mannes lehre dich, deines Naͤchſten Fehler und Schwach⸗ heit mit Liebe zu tragen; und kommt die Stunde der Gefahr, ſo bete ſtets: Fuͤhre uns nicht in Ver⸗ ſuchung. Vergieb' uns unſre Schuld, wie wir ver⸗ geben unſern Schuldnern!

Franz aber pries mit gluͤhender Andacht die weiſen unerforſchlichen Wege des Hoͤchſten, und iſt jetzt ein kenntnißreicher, wackerer Seemann, dem Alle, die ihn kennen, mit Liebe zugethan ſind. Seine Pflegemutter fuͤhlt ſich gluͤcklich, einen ſo guten Sohn erworben zu haben und pflegt ſtets ihre Erzaͤhlung von der Meuterei, die ihren Gat⸗ ten und ihren Sohn das Leben koſtete, mit den Worten zu ſchließen:So wird oft mit Thraͤnen geſaͤet die Saat kuͤnftiger ſegensreicher Tage.

Theodor Stockfleth.