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Welt- und Lebensbilder : Schilderungen seemännischen Lebens / hrsg. von Henriette Freese ...
Entstehung
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Da bemerkten ſie eine Geſtalt, welche an einem der Pfaͤhle hinaufgeklettert war und das bleiche Haupt auf demſelben mit beiden Armen umklam⸗ merte; und hoͤrten deutlich die Worte: O mein guter Bruder! Mußteſt du ſo ſchrecklich enden? Nun bin ich ja ganz verlaſſen auf dieſer Welt! Nun flieht mich Jeder wie einen Verpeſteten, denn mein Bruder ſtarb den Tod des Verbrechers. O Paul! Paul! Nimm mich zu dir! die Welt verlaͤßt mich; meine Mutter iſt im Grabe; du, die einzige Stuͤtze, welche mir blieb, wurdeſt mir auch entriſſen, und dein bleicher Mund hat kein Wort des Troſtes, deine erloſchenen Augen haben keinen Blick der Liebe fuͤr mich, der mich aufrichten koͤnnte in meinem tiefen Schmerze. O Paul! Paul! Warum mußteſt du ſo ſterben! Und die Stimme erſtarb, die Geſtalt glitt an dem Stamm zur Erde und blieb am Boden liegen in tiefer Ohnmacht.

Innig geruͤhrt durch das herbe Geſchick des Ungluͤcklichen, der Nichts mehr auf der Welt be⸗ ſaß, an das ſein liebeduͤrſtendes Herz ſich anſchließen konnte, trugen die fuͤhlenden Lauſcher den Juͤngling in das naͤchſte Gaſthaus, wo ſie Alles anchendeeen⸗ ihn aus der Ohnmacht zu erwecken.