der mit den Wellen kaͤmpfe und untergehen muͤſſe, wenn ſie ihm nicht zu Huͤlfe komme.
Franz lag vor dem Bett auf den Knieen und beſchwor die Mutter mit heißen Thraͤnen, ruhig zu ſeyn, Paul werde bald gluͤcklich anlangen und mit ihnen das Feſt begehen. Und die Nachbarin⸗ nen beſtaͤtigten des Sohnes Verſicherung, wandten aber zugleich auch Gewalt an und hielten die Kranke, daß ſie nicht das Lager verlaſſe.
Herr Schmelzle fand die Anſtrengungen der guten Nachbarinnen in ſofern nicht zwecklos, als die Patientin dadurch verhindert werde, ſich aus dem Bette zu waͤlzen.„Fortlaufen,“ verſicherte er ruhig,„kann ſie nicht, denn beide Beine ſind ja gebrochen; aber das Fieber, das Fieber! Das gefaͤllt mir gar nicht!“
Mit den Worten nahm er einer der Nach⸗ barinnen den Arm ab, den dieſe feſthielt und wollte an den Puls greifen, aber die Kranke ſtieß ihn von ſich, indem ſie laut:„Mord! Mord!“ ſchrie.
Aber dieſe Kraftaͤußerung war auch der hoͤchſte Gipfel der Kriſis geweſen; Mutter Frommer ſank zuruͤck und erſtarrte in einer Ohnmacht.


