Graf Ordeck war ſo eben bei mir:— wie iſt er mir doch immer der treue, gütige Freund! Er brachte mir Grüße von Ihnen, mein theurer Lehrer, und zugleich eine Warnung, die mir be⸗ weist, wie Ihre Seele mir immer noch in zärtli⸗ cher Sorgfalt zugekehrt iſt. Graf Malvi beſucht allerdings ſehr oft unſer Haus, aber er iſt nicht der böſe Mann, für den ich ihn früher hielt, für den Sie ihn noch jetzt halten. Ich habe eine gro⸗ ße Schuld auf mich geladen, indem ich Sie einſt in Ihrem Mißtrauen gegen ihn beſtärkte, und werde nun, da ich mein Unrecht einſehen lerne, es nach Kräften gut zu machen ſuchen. Wenn dem Charakter des Heuchlers Schwäche zum Grunde liegt, ſo verräth der ſeinige Kraft. Er ſtellt ſich bisweilen abſichtlich ſchlimm, um die Menſchen zu prüfen und kennen zu lernen,— er hat ſich eini⸗ gemal unbewußt verrathen, ich lerne ihn nun täg⸗ lich beſſer verſtehen, und bin weit entfernt, mich von ſeinen Satyren uund leichtſinnigen Aeußerungen täuſchen zu laſſen.— Glauben Sie mir, mein . Lehrer und mein Freund„ er iſt gewißlich kein bö⸗ ſer Mann; er achtet die Menſchen nicht, aber den Menſchen. Er ſucht, indem er mit kaltem Hohne dieſe anfeindet, jenen heraus, und wo er ihn fin⸗ det, da ehrt er ihn, da ſchätzt er ihn gewiß für immer.— Vielleicht erfahren Sie in der Folge
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