Achter Brief.
Graf Malvi an die Baroneß Münter.
Warmbrunn, im Juli 18*9.
Wie ſoll ich mich bei Ihnen, gnädige Frau! we⸗ gen der Nachläſſigkeit entſchuldigen, deren mich mein langes Stillſchweigen bei Ihnen anklagen muß! Schrieben Sie meine Schuld einzig und allein auf die unerträgliche, armſelige Gegenwart, aus der ich mit Mühe kaum einige Tropfen Nah⸗ rung für meinen Geiſt, um wie viel weniger für den Ihren gewinnen konnte. Himmel! wie konn⸗ ten Sie mir ſo viel Schönes von den ſchleſiſchen Bädern ſagen? Ich ſterbe faſt vor Langeweile, und finge nicht jetzt endlich der Schauplatz an, ein wenig lebendiger zu werden, ich hätte Kur und alles im Stiche gelaſſen, um mein beſſeres Selbſt zu retten! Sie preiſen mir die Schönheit der Berge, das Liebliche der ganzen Gegend an, und haben Recht daran! Schade nur, daß kein Waſſer⸗


