Zweites Kapitel.
In dem großen Mannſchaftszimmer Nr. 15 der Seeburger Dragonerkaſerne geht es ernſt und emſig zu. An dem tannenen Tiſche, der faſt die ganze Länge der Stube einnimmt, ſitzen in vorſchriftsmäßigen Rei⸗ hen die Dragoner, vor ſich die dampfenden blechernen Menagekeſſel. Die Löffel klappern wie im Takte, man ſollte faſt glauben, auch die Kinnbacken bewegten ſich in der Cadence des Dublirtritts oder des verkürzten Schul⸗ galopps. Oben am Ende der Tafel ſitzt der Korporal und Zimmercommandant, überwacht die Ordnung und macht dem inſpicirenden Lieutenant, der die Verpflich⸗ tung hat, beim Eſſen zu viſitiren, die vorſchriftsmäßige Meldung, denn auch das Eſſen iſt bei den Soldaten ein Dienſt.


