——
— 191—
Nach dreien Tagen, waͤhrend welchen ſich das liebende Paar das zukuͤnftige Leben mit den ſchoͤnſten, lauterſten Farben aus⸗ mahlten, wurde in feierlicher Stille Veits Leiche in die Gruft geſenkt.
Hier an dieſem finſteren Scheideweg,
wo alle Gemeinſchaft mit den Lebendigen
ein Ende hat, wurden dem Verewigten noch
einmal heiße Thraͤnen geopfert; dann aber
preßte Ufo ſeine holde Braut auf's neue an ſeine Bruſt und ſagte:„Hoͤre nun auf zu weinen, geliebte Emma! Ziehe deinen Geiſt von der Vergangenheit auf das Zukuͤnftige, denn auch ich muß dich noch heute verlaſſen, und da bedarfſt du Muth und Standhaf⸗ tigkeit.“
Emma.„Wie guter Ufo, allein willſt du mich hier zuruͤck laſſen? Und noch heute von mir ziehen?
Ufo.„Die Nothwendigkeit erfordert es.“
Emma.„O ſo laſſe mich mit dir ziehen!“
Ufo.„Nein geliebte Emma, daß kannſt,
das darfſt du nicht. Ein heiliges Geluͤbde,
wovon mein zeitliches und ewiges Glüͤck abs


