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Geburtstag⸗Lichter. 8
Es iſt wohl eine recht paſſende Sitte, bei Ge⸗ burtstagen den Kuchen oder die Pyramide und dergleichen mit ſoviel Lichtern zu beſtecken, als das Geburrstagskind Jahre zaͤhlt; denn jedes Flaͤmmchen erinnert an eine erſtiegne Stufe der Lebenstreppe.
Wehmuͤthige Gefuͤhle aber ſchafft es denn doch auch, wenigſtens dem, der Freude die Fuͤlle hatte in dieſer Zeitlichkeit, wenn, je groͤßer die Illu⸗ mination wird, des Grabes Finſterniß deſto naͤher ruͤckt.
Kann man es deshalb jenem gnaͤdigen Fraͤu⸗ lein verdenken, welche, mit einem Lichterkuchen von den kleinen Neffen und Nichten angebunden, im Augenblick der Kuchenerſcheinung boͤſe Augen und boͤſe Laune bekam, die Lichter ausblies und vor Aerger kaum im Stande war, ſich zu bedan⸗ ken.— Es brannten aber auch— das Lebens⸗ licht abgerechnet— 56 Lichter auf dem Kuchen— und dieſe gaben doch in der That eine ſolche Helligkeit, warfen einen ſo ſtarken Schein auf ihr langes Fraͤulein⸗Leben, daß boͤſe Augen und boͤſe Laune ſehr natuͤrlich erfolgen mußten.
Dorf⸗Schauſpielhaus.
Vor etwa 40— 50 Jahren gab es Schau ſpiel⸗ haͤuſer nur in Reſidenzen, auch Re ich s⸗ und Hangelsſtaͤdten; ſpaͤterhin entſtanden derglei⸗ chen Zuch in mittlern Provinzialſtadten. Der als Packiot und Gelehrter gleich achthare, verſtorbene


