— 194—
jetzigen Zeit, Kontraſte, die keiner naͤhern Zer⸗ gliederung beduͤrfen.
Der Glaube beſtaͤtigt alle Dinge. (Aus einer alten Handſchrift.) Es begab ſich aber zu der Zeit, als der Thee noch gar ſelten und theuer war, daß ein
vornehmer Cavalier zu Mainz, der aber auch
ein durchtriebener Schalk war, ſeinen Churfuͤr⸗ ſten und Herrn, ſammt deſſelbigen Hofſtaate, zu einem koͤſtlichen Thee bat; maßen man bei Hofe von dem Theewaſſer, als von einem Tran⸗ ke geſprochen, deſſen guter Geſchmack und hoher Werth nur in der Einbildung liege und doch ſo ſchweres Geld koſte. Darum weigerte ſich der Churfuͤrſt, des Edelmanns Bitte zu willfahren, ſprechend: daß er ihm ſolche große Aus⸗ gabe nicht gern verurſachen moͤchte. Der Edelmann hielt aber darauf, daß der Chur⸗ fuͤrſt kommen ſollte, und er willigte endlich in ſeines Dieners Begehr. Da ließ der Edel⸗ mann große Keſſel voll Waſſer aufſetzen und Heu⸗Saamen darin abſieden; fuͤr ſeinen gnaͤ⸗ digen Churfuͤrſten und Herrn aber ein klein ſilbern Keßlein abſonderlich kochen, darin er von dem köͤſtlichſten Thee that, den er bei dem wel⸗


