Ivarius ließ einen Prieſter herbeiholen, zu dem Ser⸗ vans nach abgelegter Beichte ſprach: 3
„Herr Pfarrer, ich habe einſt einer armen Frau eine Hoffnung gegeben, die ich nicht habe verwirk⸗ lichen können, wobei ſie aber ein volles Vierteljahr glücklich geweſen. Wird mir dieß Gott als eine Sünde anrechnen?“
„Nein, mein Sohn,“ antwortete der Prieſter; „Sie werden im Gegentheil dafür ſeinen Segen em⸗ pfangen.“
Endlich ſtarb Servans als ein guter Chriſt, der Gott um ſo mehr liebte, je trauriger die Erfahrun⸗ gen waren, die er in der Welt gemacht.
Ivarius weinte viel und lange; indeſſen war keine Phiole da, welche dem Todten das Leben wie⸗ der zu ſchenken vermocht hätte.
Man ſprach von dieſer Geſchichte noch im Jahre 1843, wo ich durch das Städtchen C... kam; auch wurde ſie mir von Ivarius ſelbſt erzählt, den man
eben ſo ſehr liebte wie einſt ſeinen Herrn, und der auf dreißig Stunden Weges der einzige gute Arzt war.
Er hat ſogar— was ſtets ſein höchſter Ehrgeiz geweſen— ein recht ſchönes Buch über die Mediecin geſchrieben, und vielleicht könnte man, wenn man recht ſuchen wollte, es in Paris haben.
Was Mutter Hannens Enkel betrifft, ſo war er natürlich groß geworden und hatte, trotzdem daß Ivarius ihm abrieth, in der Armee Dienſte genom⸗ men. Noch mehr, er diente bereits mit Auszeich⸗ nung.
Wider alles Erwarten ſprach er von Doctor Servans nur mit Liebe und Hochachtung.
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