470
ich kann und darf Ihnen nun jetzt nicht mehr Blan⸗ ca’s Hand anbieten.“
„Blanca,“ ſprach dann Robert,„wollen Sie meine Frau werden?“
„Ach, ich konnte und durfte nur den Vater meines Kindes heirathen,“ rief Blanca, laut ſchluchzend und das Geſicht in beiden Händen verbergend.
„Wohlan, Blanca,“ ſprach Robert mit einer Stimme und einem Lächeln, die ſich unmöglich wie⸗ dergeben laſſen,„ſeien Sie Suſannens Mutter, dann
will ich dieſem Kinde Vater ſein.“
„Mein Bruder,“ fuhr Robert, auf Pascal ſich ſtützend, fort,„ſorgen Sie dafür, daß in der Kirche Alles parat iſt: in Zeit von einer Stunde ſind wir, Blanca und ich, bei Ihnen.“
Und in der That knieten eine Stunde darauf Blanca und Robert vor dem Altare, wo Pascal ſie traute. 2
Robert flehte zu Gott, daß er Blanca die nöthige Kraft verleihen möchte, um das Opfer zu vollbrin⸗ gen, das ſie der Ruhe und der Ehre ihrer Familie brächte; denn es wußte Robert nicht, daß Blanca
ihn liebte.
Als die Feierlichkeit vorüber war, kehrte Blanca mit ihrem Bruder in das elterliche Haus zurück; Robert aber ließ ſich in die Krankenſtube des Ge⸗ fängniſſes bringen.
Nach Verfluß eines Monats war die Unterſu⸗ chung des Proceſſes beendigt, war Robert geheilt und nahmen die Schwurgerichtsverhandlungen zu Niort ihren Anfang. Der Gerichtsſaal war eben ſo angefüllt, als einſt


