für den gefährdeten Geiſt der ganzen Armee erſchoſſen werden ſoll?
Werdeck zeigte zum Fenſter... Die Blutſpuren im Sande auf dem Glacis wären noch ſichtbar ge⸗ weſen. Aber es war inzwiſchen Nacht geworden... Wieder ſang ſchon die Sängerin im Lindenbaum...
Der Major beſaß die Ruhe und Ergebung, die ſich in Gefängniſſen ſo von ſelbſt findet. Die Ange⸗ hörigen ahnen kaum dieſe ſchmerzlichſte Umwandlung des Gemüths. Aber jetzt die Flucht ablehnen, dem heldenmüthigen, geliebten Weibe, ihr, ihr— dieſen kühnen Eingriff in ſein Schickſal abſchlagen?
Es iſt ein Bund des Geiſtes, ſagte er, den man mir als Verſchwörung auslegte! Ich werde jene Ehre, die unter meinen Standesgenoſſen gilt, nicht wieder gewinnen, wol aber einſt die Freiheit... die mich rechtfertigen wird. Laß mich bleiben, dulden.. Und auch, wie könnten wir fliehen?
Die muthige Frau ſpricht nicht von der Möglich⸗ keit, ſondern von der Nothwendigkeit. Sie weint, ſie klagt. Ihn auch ſchon erſchlafft, ergeben, demüthig zu finden, ihn, den ſie in den vollen Flammen des Zorns und der Begeiſterung der Unſchuld, in der lodernden Gluth der Rache zu finden gehofft hatte! Iſt Das denn wahr, was man von den Gefängniſſen erzähit!
———


