der! Sie liebt! Wie an einem erſtarrten Baume, ſagte ſie mir, als ich ihr zornig gegenüber trat, ge⸗ ſchieht an mir das Wunder, daß er einen neuen Keim trieb. Nein, ſagt' ich, Tante, dein Herz iſt ein Po⸗ lyp. Er lebt im Sterben und wächſt durch den Tod, er bedarf der grauſamen Zerſtückelung, um zu wach⸗ ſen. Aber was hilft's! Du entſinnſt dich jenes Hein⸗ richſon. Ich ſprach nicht mehr von ihm, weil ſeine Huldigungen mir nicht gefielen und ich den Schein vermeiden wollte, als rühmte ich mich meiner Erfolge. Dieſen Heinrichſon liebt die Tante! Ich entdeckte ei— nes Abends, daß ich betrogen bin... Vor dieſem An⸗ blick ſchauderte mich's. Ich nahm meinen Hut, einen Mantel und floh von dem Landhauſe, das wir ſo ſchön, ſo reizend an einem kleinen Waſſerfalle unter Oliven⸗ und Kaſtanienbäumen gemiethet hatten. Ich wußte nicht, wohin ich fliehen ſollte. Aber Das wußte ich, zurück zu Helenen, die den Schmerz um Egon in den Armen eines Heinrichſon zu erſticken ſucht, kehrt' ich nicht wieder. Mein Inſtinkt trieb mich auf unſre Geſandtſchaft.
Ich warf mich der Baronin von S. zu Füßen— Der Geſandtin in Rom, erklärte Dyſtra... „Und flehte ſie an, mich zu beſchützen. Sie nahm
dieſe Bitte gnädig auf, unter der Bedingung, daß ich
mit einer befreundeten Familie nach Wien reiſe und


