Teil eines Werkes 
8. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

————

17

keit, ohne Bedienung ordentlich und ſauber zu erſchei⸗ nen, etwas Vornehmes hatte. Schmelzing glänzte ſich ſelbſt ſeine Stiefeln, bürſtete ſich ſelbſt ſeinen Rock, nähte ihn auch zuweilen und war für ſeine Verhältniſſe ſo glatt geſchniegelt wie ſeine Handſchrift. Aber heute fand ihn Hackert doch noch in Unordnung. Dieſe verwirrte Nacht hatte den geriebenen, ſeiner mit ſub⸗ tilſtem Egoismus pflegenden alten Jüngling gelinde außer Faſſung gebracht. Er empfing ſeinen Kollegen heute faſt mit unartikulirten Vorwürfen und erklärte, nie wieder mit ihm gemeinſchaftlich„operiren“ zu können.

Was wollen Sie denn? fragte Hackert den Jam⸗ mernden.

Ihre Narrenspoſſen haben mich faſt um den Ver⸗ ſtand gebracht. Die Frauen ſind meine ſchwache Seite, und ich muß Sie in der That bitten, wenn wir in Amtsgeſchäften ſind, nie, nie wieder auf das andre Geſchlecht zurückzukommen.

Aber Sie undankbarerZurückgekommener! rief Hackert und zeigte auf eine lang ausgebreitete Pergamenttafel voller Notizen, Sie haben ja die beſte Verſchwörung von der Welt auf dem Leder! Was hab' ich denn? An dem einen Kreuz, wo die beiden Damen, die nach Eau de Cologne— 4

Schweigen Sie jetzt, Hackert!

Die Ritter vom Geiſte. VIII. 2