—
7
Hackert wohnte neben der Barbierſtube des Herrn Zipfel, den wir als politiſchunterrichteten Raſeur der Brüder Wildungen bereits früher haben kennen lernen. Es iſt nur annäherungsweiſe zu vermuthen, daß Par dieſe Wohnung für ſeinen Liebling Hackert gerade des⸗ halb ausgemacht hatte, um ihn in die Nähe eines ſehr lebhaften Verkehrs mit den Meinungen und Anſichten des Tages und des untern Volks zu bringen. Die Barbierſtuben haben ſich noch aus Römer- und Grie— chenzeiten her die Beſtimmung zu erhalten gewußt, das Bureau der Tagesneuigkeiten zu ſein. Herr Zipfel war in der Lage, ſeiner auswärtigen Kunden wegen, den Mantel nach dem Winde hängen zu müſſen, in ſeiner Barbierſtube aber ging es ungehindert demo⸗ kratiſch zu. Hackert wurde jeden Morgen, ganz wie es Pax gewollt hatte, durch die verworrenen lauten Geſpräche, Verwünſchungen, Drohungen aufgeweckt, die dicht hinter der Breterwand, an der ſein Bett ſtand, durcheinanderſchwirrten, denn die Frequenz bei Herrn Zipfel war groß. Ein Kunde wartete auf den andern.
Am Morgen nach den Scenen in und über dem Rathskeller wurden die Gerüchte von einem neuen „demokratiſchen“ Miniſterium, dem des Fürſten Gon von Hohenberg, bei Herrn Zipfel ſo laut beſprochen,
————


