Teil eines Werkes 
4. Bd. (1851)
Entstehung
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können ſich wenigſtens Ihre eigene Grabſchrift ſchreiben. Ich habe keine Kunſt, die mich rechtfertigt; kein Ta⸗ lent, das mich tröſtet. Muſik! Ein wenig Muſtk! Aber nur im Tanze könnt' ich mich eigentlich ausſpre⸗ chen, im raſendſten Tanze. Wie ein indiſcher Sha⸗ mane möcht' ich mich ſo lange um mich ſelbſt drehen, bis ich raſend werde und todt niederſinke...

Sprechen Sie von der Kunſt nicht, liebe Helene, ſagte Pauline und legte die fröſtelnde Hand auf He⸗ lenens heiße Stirn. Die Zeit der Kunſt iſt vorüber. Ich bin die nicht mehr, die Sie vor drei Jahren kann⸗ ten, Helene. Die ſtarken Gefühle ſind einer froſtigen, prüden Analyſe erlegen. Nur die Unſchuld noch wird bewundert und das Naive groß genannt. Tändelnde Kinder drückt man wie zarte Lämmer mit rothen Bändchen und Silberglöckchen an's Herz. Die lie⸗ benden und aufopfernden Ehegattinnen ſind die ein⸗ zigen, die man von unſerm Geſchlechte noch anerkennt. Die Politik ſoll, wie man ſagt, eine Art Reinigung der Gemüther geworden ſein. Ich weiß Das nicht, aber es iſt ſo; es ſoll ſo ſein. Man muß ſich vor den allgemeinen Thatſachen demüthigen.

Es iſt auch in Paris ſo, ſagte Helene. Wenn aber eine gewiſſe Stabilität wieder hergeſtellt ſein wird, wird ſich auch dieſe Verirrung legen.

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