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dichteſten Gewühl heißen Streites mit ihren eigenen und mit den Leidenſchaften Anderer ringen. Das Leben war alſo nicht ſo kurz und ein vollkommener Frieden nicht ſo nahe, als ſie ſich noch vor zwei Jahren geträumt hatte. Es blieben ihr noch weitere Kämpfe, vielleicht noch manches Erliegen vorbehalten. Wenn ſie ihr volles Unrecht und Toms volles Recht hätte einſehen können, ſo wäre die innere Harmonie wohl früher wieder hergeſtellt worden; nun aber miſchte ſich in ihre Reue und ihre Ergebung eine Empfindlichkeit, welche ihr ſtets nur in dem Licht einer gerechten Entrüſtung erſchien. Ihr Herz blutete um Philipps willen; ſie vergegenwärtigte ſich die Be⸗ ſchimpfungen, die ihm zugeſchleudert worden, mit einem ſo lebhaften Eingehen auf ſeine Empfindungen dabei, daß ſie dieſelben als einen heftigen körper⸗ lichen Schmerz zu fühlen vermeinte, der ſie bewog, mit dem Fuß auf den Boden zu ſtampfen und ihre Finger krampfhaft gegen die Handflächen einzudrücken.
Und dennoch— wie kam es, daß ſie ſich hin und wieder eines gewiſſen nebeligen Hintergrunds von Troſt in der erzwungenen Trennung von Philipp bewußt wurde? Sicherlich lag der Grund in dem Gefühl’, daß die Abwälzung der drückenden Laſt, welche ihr jene Heimlichkeit auflegte, um keinen Preis zu theuer erkauft war.


